Lander Historic Arms - Preußen, gezogenes Füsilierschützengewehr M 1787

Preußen, gezogenes Füsilierschützengewehr M 1787

Preußen, gezogenes Füsilierschützengewehr M 1787 Nummer:UB02 verkauft

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Preußen, gezogenes Füsilierschützengewehr M 1787

Dies ist eines von bis heute zwei bekannten Gewehren für die Füsilierschützen der preußischen Armee

Nußbaumvollschaft M 1787 mit  linksseitiger Kolbenbacke und ovalen Verschneidungen.  Messingbeschläge, bestehend aus  halbem Nasenband am Ende des Vorderschafts,  vier Ladestockröhrchen, einteiligem Abzugsbügel mit Verlängerung nach vorne und hinten, Kolbenblech mit ausgeprägter Verlängerung an der Kolbenoberseite und schlangeförmigem Schlossgegenblech mit drei Schrauben, dieses mit abgeschrägten Kanten. Steinschloss  des Kürassier-Karabiners M 1731 mit flachem Schloßblech, abgeschrägten Kanten und ebensolchem Schwanenhalshahn; eckige Eisenpfanne ohne Verbindung zur Batterie; Batteriefeder von der Schlossinnenseite her verschraubt. Auf der ganzen Länge runder Lauf; Lauf/Schaftverbindung durch Kreuzschraube und Stifte. Eiserner, konischer Ladestock. Messing-Ovalkorn auf dem Lauf. Bajonettwarze zum Aufpflanzen eines Tüllenbajonetts an der Laufunterseite kurz hinter der Mündung. Herstellung in der preußischen Gewehrfabrik Potsdam-Spandau unter Leitung der Gebrüder Schickler, entsprechende Signatur

 „POTZDAMMAGAZ“ auf dem Schloßblech außen, darunter an der unteren Schrägkante „G.S.“. Herrschermonogramm „FWR“ unter Krone auf der Nase des Kolbenblechs. Herstellungszeitraum zwischen 1787 und 1801. Zwei englische Beschusszeichen des Tower of London am Pulversack oben links. 

Gesamtlänge 1435mm, Lauflänge 1038mm, Schlosslänge 160mm, Kaliber des gezogenen Laufs 17,8mm, Anzahl der Züge 8.

 

Zwei  Schriftwechsel des Jahres 1788 belegen, daß  für die Fertigung von 660 Schützengewehren für die Schützen der Füsiliere gezogene Läufe von langen Husarenkarabinern genommen wurden, von denen noch 530 Stück in den Magazinen der Gewehrfabrik lagerten.  Aber wie das hier angebotene Stück eindeutig belegt,  wurden auch neue gezogene Füsilierschützengewehre hergestellt.

Die Gesamtlänge und Lauflänge der gezogenen Füsilier-Schützengewehre entsprach weitgehend  dem Infanteriegewehr M 1780/87. Das Schloss aber mit der Signatur „G.S.“ entstand erst in der Zeit nach 1795, ebenso wie das Kolbenblech, welches schon  die Herrscher-Chiffre „FWR“ trägt. Irgendwann muss das hier angebotene Gewehr in englischen Besitz gekommen sein, die entsprechenden Beschusszeichen auf dem Lauf sprechen eine klare Sprache. Darüber hinaus hat man wohl in England eine Kimme auf das Schwanzschraubenblatt aufgelötet, die später wieder entfernt worden ist, ohne daß die vorher vorhandene, eingefeilte Kimme wieder hergestellt worden wäre.

Neben dem hier vorgestellten Stück, welches im Übrigen baugleich ist mit dem Infanteriegewehr M 1787, ist nur noch ein zweites, allerdings aus Altteilen gefertigtes Schützengewehr mit gezogenem Lauf bekannt.

Das hier angebotene Stück ist in der Literatur ausführlich beschrieben und abgebildet:

 

Lander, (Bearb.) Militärstadt Spandau, Zentrum der preußischen Waffenproduktion von 1722 bis 1918, Potsdam 1998, S. 207

Wirtgen, Die preußischen Handfeuerwaffen 1700-1806, Textbandband S.111, Tafel 71

Wirtgen, Die preußischen Handfeuerwaffen, Supplementband S.82

Wirtgen, Die preußischen Handfeuerwaffen 1807-1813, S. 134

 

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