Lander Historic Arms - Hessen-Darmstadt, Kavalleriepistole 1822/40/56UM, ex badische Pistole 1816

Hessen-Darmstadt, Kavalleriepistole 1822/40/56UM, ex badische Pistole 1816

Hessen-Darmstadt, Kavalleriepistole 1822/40/56UM, ex badische Pistole  1816 Nummer:0550
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Hessen-Darmstadt, Kavalleriepistole 1822/40/56UM, ex badische Pistole 1816

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Ein wahrlich unikates Stück der hessen-darmstädtischen Kavallerie

In der Steinschlossversion gefertigt in badischen Gewehrfabrik Sankt Blasien im Schwarzwald..

Nussbaumvollschaft mit Messingbeschlägen, diese bestehend aus  an der Schaftunterseite in einem eisernen Widerlager verschraubtem Laufring ähnlich dem der badischen Kolbenpistole M 1853/58, Abzugsbügel, Kolbenkappe und s-förmigem, gewölbtem Schlossgegenblech. Oberer und unterer Kolbenbügel aus Eisen. Runder, am Pulversack seitlich abgeflachter Lauf mit seitlichem Pistonsockel. Abzug mit neuer Stifteinrichtung württembergischer Art mit einfach verschraubtem Unterlegplättchen. Aptiertes Perkussionsschloss mit Aptierungsmerkmalen und mit Drehhebelsicherung an der Außenseite der Schlossplatte. Herstellersignatur „ST.BLASIEN“ auf dem Schlossblech unter der Hebelsicherung. Seriennummer „1361“ am Pulversack oben links und im Schaftbett. Oberhalb der Seriennummer hessische Abnahmemarke „Aufrechter Löwe nach links“. Truppenstempelung „.R.C.14“ des Reiter-Regiments 3. Eskadron nach der Stempelvorschrift von 1829 am Kolben rechts, dahinter der Truppenstempel „I .R.D.14“ des 1. Reiterregiments, 4. Eskadron, Waffe N°14 entsprechend der Stempelvorschrift von 1857.

Gesamtlänge  362mm, Lauflänge 200mm, Kaliber des gezogenen Laufs 17,1mm, 5 Züge, Gewicht 1282g

Im Jahre 1856 tat die Großherzogliche Armee-Division, wie das hessische Kontingent seit dem 5. Februar 1849 genannt wurde, zusammen mit den badischen und württembergischen Truppen und zur Einhaltung der Forderungen der Kriegsverfassung des Deutschen Bundes hinsichtlich der Kaliberstandardisierung im VIII. Bundes-Armeekorps einen weiteren, bedeutsamen Schritt hin zur Moderne:  1856 erhielten die Reiter des Chevaulegers-Regiments nach dem System Minié gezogene Karabiner und Pistolen.  Die Umbauarbeiten hierzu, also das Einschneiden der Züge in die bisher glatten Läufe, soweit diese noch tauglich waren, oder der Austausch der nicht mehr tauglichen Läufe gegen gezogene und die Änderungen an der Visiereinrichtung geschah in der württembergischen Gewehrfabrik Oberndorf am Neckar.

 

Schon vor der Beschaffung der neuen Steinschlosspistole M 1822 für die hessische Kavallerie bei Pistor in Schmalkalden hat das Darmstädter Kriegsministerium offensichtlich auch zumindest ein Musterstück aus St. Blasien zur Begutachtung geordert. Allerdings ging der Zuschlag nach Schmalkalden und St. Blasien ging leer aus. Als dann die Umrüstung der Pistolen auf das Perkussionssystem ab 1840 und ab 1854 auf das Minié-System anstand, hat man auch die Pistole aus St. Blasien zum Umbau nach Oberndorf gebracht. Dass die Pistole in der Steinschlossversion tatsächlich in Hessen verwendet wurde, bezeugt der Truppenstempel in der Version ab 1829. Nach der Umrüstung auf den gezogenen Lauf erhielt sie dann den weiteren Truppenstempel, welcher ab 1857 gültig war. Damit ist die hier gezeigte Pistole mit Sicherheit das seltenste Stück innerhalb der Reihe hessischer Militärpistolen des 19. Jahrhunderts.

Vergl. Lander, Pistolen des Großherzoglich hessischen Militärs im 19. Jahrhundert, Teil 2, in DWJ Heft 2/2002, S.62ff

 

Preis? Bitte fragen Sie nach unter lander-forbach@t-online.de

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