Lander Historic Arms - Kurrheinischer Kreis, Infanteriegewehr um 1790

Kurrheinischer Kreis, Infanteriegewehr um 1790

Kurrheinischer Kreis, Infanteriegewehr um 1790 Nummer:0547

Kurrheinischer Kreis, Infanteriegewehr um 1790

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Kurrheinischer Kreis, Infanteriegewehr um 1790

Kurrheinischer Kreis, Infanteriegewehr um 1790

Das einzig bekannte Stück seiner Art aus bewegter Zeit

Nussbaum-Vollschaft mit sogenanntem Kuhfuss-Kolben dieser beiderseits mit Stempel „CC“. Messingbeschläge, bestehend aus halbem Nasenband am Vorderschaftende, vier Ladestockröhrchen mit eckigem Profil, Kolbenkappe mit ausgeprägter Verlängerung an der Kolbenoberseite, schlangenförmigem, erhabenem Schlossgegenblech mit abgeschrägten Kanten und drei Schrauben sowie ovalem Daumenblech mit unbekrönter Chiffre „CC“. Eiserner, einteiliger Abzugsbügel mit vorderer und hinterer Verlängerung  in der Gebrauchszeit ersetzt. Konischer, eiserner Ladestock. Messing-Ovalkorn auf dem Lauf, Standkimme in die Schwanzschraubenverlängerung eingefeilt. Steinschloss mit Schwanenhalshahn und eckiger Eisenpfanne, diese mit Verbindungssteg zur Batterie. Batteriefeder von der Schlossinnenseite her verschraubt. Auf dem Schlossblech und am Schwanzschraubenblatt die Seriennummer „2417“.   Suhler Henne schwach erkennbar unter der Batteriefeder. Runder, am Pulversack kanellierter Lauf; Lauf/Schaftverbindung durch Kreuzschraube und Stifte, der Lauf wurde an der Mündung vor langer Zeit aus unbekannten Gründen um ca. 10cm bis zum Beginn des Vorderschafts gekürzt. Zwei Riemenbügel, der vordere Bügel zwischen erstem und zweitem Ladestockröhrchen durch den Vorderschaft mittels Schraubstift befestigt, der hintere Bügel am Abzugsbügel vorne beweglich gelagert.

Gesamtlänge 1430mm, Lauflänge 1030mm, Schlosslänge 170mm, Kaliber des glatten Laufs 19,5mm

Das entsprechend der vorhandenen Stempel offensichtlich in Suhl gefertigte Infanteriegewehr ist der Monogrammierung „CC“ des Daumenblechs und der Kolbenseiten zufolge dem „Churrheinischen Creis“ zuzuordnen. Zu  diesem Wehrkreis gehörten neben anderen Kur-Mainz. Kur-Trier, Kur-Köln, die Grafschaft Neuenaar und Reifferscheidt sowie die Kurpfalz.

Das hier angebotene Stück ist das einzige bis heute bekannt gewordene Exemplar aus dem Bestand der Truppen des Kurrheinischen Kreises und alleine von daher ein echte Sensation!

Das ganz nach preußischem Vorbild gefertigte Gewehr dürfte seinen ersten Einsatz im Verlauf des ersten Koalitionskrieges (1792 -1797) gegen das revolutionäre Frankreich erlebt haben. Da der Marsch nach Valmy 1792 kein Reichskrieg, sondern der Kampf einer antifranzösischen preußisch-habsburgisch-kurmainzischen Allianz unter dem Herzog von Braunschweig ohne Beteiligung von Kreistruppen war, war die Waffe hier sicherlich nicht beteiligt. Auf dem Reichstag in Regensburg einigte man sich im Februar 1793 darauf, die Kontingente der Reichsarmee auf die beiden Großmächte Habsburg und Preußen zu verteilen. Das kurrheinische Kontingent wurde der österreichischen Armee zugeschlagen. Die Aufteilung der Reichsarmee wiederum gab dann vielen Reichsständen den Vorwand, ihre Abgaben zur Kriegsführung nicht zu zahlen, denn nach ihrer Auffassung konnte von einer Reichsarmee eigentlich keine Rede sein. Damit war die Kriegsgeschichte der kurrheinischen Kreisregimenter und dieses Gewehres jedoch noch nicht zu Ende, lässt sich nun aber nur bruchstückhaft nachvollziehen. Im Sommer 1794 schloss der Herzog von Sachsen-Teschen mit dem Kreis eine Übereinkunft, der zufolge er für 24.000 Gulden die schwere Artillerie des Kreises stellte. In diesem Jahr beschloss der kurrheinische Kreis auch, Bürgerwehren auf dem linken Rheinufer aufzustellen, um einfallende „französische Horden“ abzuwehren. Vielleicht war das hier vorgestellte Gewehr auch daran beteiligt.

Mit der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 1806 ging auch das seit 1500 existierende System der Reichsverteidigung unter – die Reichskreise hatten aufgehört zu existieren und damit dürfte auch die militärische Verwendung des angebotenen Stückes beendet gewesen sein.

 

Preis? Bitte fragen Sie nach unter lander-forbach@t-online.de

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